Star Trek – Prometheus 2 – Der Ursprung allen Zorns

Ursprung allen Zorns

Der zweite Teil der Prometheus-Trilogie aus deutschem Hause hält qualitativ, was das erste Buch versprochen hat. Hier wird gutes Star Trek geboten.

Um was geht es?

Die Prometheus nimmt gemeinsam mit ihren klingonischen Zwangsverbündeten die Verfolgung der flüchtigen Terroristen aus dem ersten Band auf. Dabei stoßen sie auf den titelgebenden  „Ursprung allen Zorns“, der jedes Lebewesen im Lembatta-Cluster erfasst und dessen Herkunft ein Geheimnis birgt, das es zu erforschen gilt.

Gut gefällt dabei die Referenz an ein vor langer Zeit verschollenes Schiff, der Valiant. Überhaupt wissen die vielen Referenzen an bekannte Ereignisse und Figuren des Star-Trek-Kanons zu gefallen. Gastspiele von Captain Picard und Worf mit inbegriffen.

Schreibstil

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Die Autoren Bernd Perplies und Christian Humberg schreiben unauffällig – und das ist als Kompliment zu verstehen. Man wundert sich nicht über affektiert wirkende Bilder, sondern fließt als Leser mit der Geschichte mit. Genau hier spielen die Autoren ihre Stärke aus, denn sie verstehen es, einen weitläufigen Handlungsbogen zu spannen und den Leser dennoch immer im klaren darüber zu lassen, um was es gerade geht. Zu jeder Zeit ist die Motivation der handelnden Figuren klar und niemand macht etwas, nur „weil man es eben macht.“

Wieder gut gefallen hat mir hier der klingonische Captain Kromm, der im Spannungsfeld seines Strebens nach Ruhm und seiner eigenen Unfähigkeit einen Konflikt nach dem anderen provoziert. Als Hobbyschriftsteller würde ich mir den gerne einmal ausleihen 🙂

Bewertung

Der CrossCult Verlag hat viele Dinge richtig gemacht und eine Reihe starker Star-Trek-Bücher im Programm. Die Prometheus-Trilogie zählt definitiv dazu, auch wenn ich den dritten Band noch nicht gelesen habe. Aber ich rechne nicht mit einer Enttäuschung und bin schon gespannt, wie die Bücher im Vergleich zu meinem persönlichen Benchmark, der Vanguard-Reihe, abschneiden werden.

Hörbuchumsetzung

Leider habe ich mich bei diesem Buch für das Hörbuch entschieden – ein übriges Guthaben war schuld. Und ich überlege bereits, ob man Hörbuchproduzenten dafür verklagen kann, ihren offensichtlich Star-Trek-unkundigen Sprechern keine vernünftigen Regieanweisungen zu geben. Reinhard Kuhnert hat in seinem Leben sicher nie TNG gesehen. Noch nicht einmal TOS, da bin ich mir sicher. Aus dem klingonischen petaQ macht er eine „Peta-Kuh“. Das MHN lässt er abgehakt wie einen Roboter sprechen. Das MHN! Captain Adams – für mich der Inbegriff des dynamischen Mitt-/Endvierzigers, eines echten Leaders mit breiten Schultern – verleiht er eine Greisenstimme mit viel Speichel im Rachen, die er unnötigerweise auch gleich noch Admiral Akaar verpasst, der hin und wieder an einem völlig anderen Handlungsort auftritt, worauf man sich immer fragt, wie zur Hölle nun Captain Adams dorthin gekommen ist … Frauenstimmen werden weinerlich bis debil gesprochen und die Krönung sind grobschlächtige Typen, die einen berliner Akzent bekommen.

Mit einem Wort: unzufrieden.

Fazit

Lassen wir die Hörbuchumsetzung außen vor, lest das Buch. Dann bekommt ihr gutes, ja sehr gutes Star Trek. Unterhaltsam, spannend, mit liebevollen Referenzen an Bekanntes, sowie einer guten Balance zwischen Technik und Action. Klare Kaufempfehlung!