Das Erbe der Sterne von James P. Hogan (Rezension)

Das Erbe der Sterne

Erst nachdem ich das Hörbuch beendet hatte, stellte ich fest, dass das Buch Das Erbe der Sterne von James P. Hogan bereits 1977 erschienen ist. Umso überraschender erscheint, wie frisch seine Vision der Zukunft heute noch wirkt. Und obwohl das Erzähltempo langsam ist, wurde ich gut unterhalten.

Um was geht es?

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Das Erbe der Sterne ist der erste Band der sogenannten Riesen-Trilogie und beginnt mit einem Rätsel: auf dem Mond wird ein toter Raumfahrer gefunden. Und obwohl die Menschheit den Mond zu diesem Zeitpunkt bereits besiedelt hat, gehört er keiner der bekannten Nationen an, denn seine Leiche liegt dort bereits seit 50 000 Jahren.

Was in anderen Büchern nur der Auslöser zu einer Action-reichen Handlung wäre, ist bei Das Erbe der Sterne der Dreh- und Angelpunkt und deshalb der Grund für ein gemächliches Erzähltempo, denn die Figuren, allen voran der Engländer Vic Hunt, beschäftigen sich über die ganze Länge des Romans ausschließlich damit, herauszufinden, woher der tote Astronaut stammt. Von der Erde? Schließlich ist er ein Mensch. Aber die Menschheit verfügte vor 50 000 Jahren doch noch gar nicht über die Raumfahrt. Oder doch?

Stil

Hypothesen, Theorien, aber wenig Handlung

Der Autor besteht auch in einem Belletristik-Werk auf wissenschaftlichem Arbeiten und so erstellen die Beteiligten am laufenden Band neue Hypothesen, verfestigen diese zu Theorien, verwerfen dann alles, diskutieren miteinander, entdecken neue Fakten und beginnen wieder damit, frische Hypothesen zu erstellen. Das ganze ist interessant, wird aber nur in den Momenten spannend, in denen neue Fakten auftauchen, z.B. als es den Linguisten gelingt, die Schrift des bei dem Astronauten gefundenen Tagebuchs zu entschlüsseln und man mehr darüber erfährt, was vor 50 000 Jahren auf dem Mond passiert ist. Freunde handlungsgetriebener Romane werden hier nicht glücklich werden, denn das ganze Buch erscheint wie eine einzige Recherche.

Lob und Kritik

Die mangelnde Spannung ist deshalb auch mein Hauptkritikpunkt. Davon abgesehen habe ich mich jedoch gut unterhalten gefühlt. Der Einblick in die verschiedenen beteiligten Disziplinen der Wissenschaft, wie der Anthropologie, Geologie oder der Biologie, waren durchaus interessant. Und die Auflösung am Ende des Buches ist äußerst befriedigend, alles ergibt Sinn.

Gesprochen wird das Hörbuch von Mark Bremer, der mir außerordentlich gut gefallen hat, denn er liest das Buch einfach vor – so wie es ein Vorleser tun sollte –, setzt hier und da etwas Dynamik ein, aber ohne dabei zu versuchen, ein Ein-Mann-Hörspiel zu sein. Sehr angenehm, so muss das sein. Aufgelockert wird das ganze durch Verzerrereffekte, wenn wörtliche Rede über Funk kommt.

Den Toningenieur des Hörbuchs muss man aber rüffeln, denn es ist ihm nicht gelungen, die Lautstärkepegel anzugleichen, was dazu führt, dass die Stimme des Sprechers manchmal zu leise, manchmal zu laut wird, was vor allem beim Autofahren genervt hat, weil ich ständig die Lautstärke hoch oder runter drehen musste, um entweder nichts zu verpassen, oder aber meine Ohren zu schützen. Das geht besser.

Fazit

Die Story hat mit gut gefallen. Der Sprecher macht seine Sache sehr gut. Ich freue mich bereits auf den zweiten Teil der Trilogie und spreche hiermit eine Kaufempfehlung aus.