Star Trek – Prometheus 1 – Feuer gegen Feuer

Star Trek - Prometheus 1

Bereits im Vorhinein hatte ich mich auf »Star Trek – Prometheus 1 – Feuer gegen Feuer« gefreut und es dementsprechend auch schon vor Erscheinungsdatum bestellt (es dann aber über ein Jahr nicht lesen können). Und ich wurde nicht enttäuscht, denn obwohl es ein paar kleinere Bemängelungen gibt, hat mir das Buch viel Spaß bereitet.

Die Prometheus ist ein neues Schiff im Star Trek-Universum zur Zeit von Next Generation und Deep Space Nine. Herausragendes Merkmal ist der Multi-Vektor-Angriffsmodus, bei dem sich das Schiff nicht in zwei, nein, in drei Sektionen teilt, die unabhängig voneinander operieren können.

Hey, machen wir sie einfach rot!

Die Story führt den Leser in den sog. Lembatta Cluster, in dem die rothäutigen Renao heimisch sind, unter denen Terroristen vermutet werden, die sowohl Anschläge auf Basen der Föderation als auch der Klingonen verübt haben sollen. Und hier findet sich leider auch die größte Schwäche des Buches. Zum einen sind die Renao furchtbar platt – es sind einfach Menschen mit roter Hautfarbe. Star Trek-Autoren sind bei der Schaffung fremder Völker ja leider selten kreativ. Und da grün (Orioner) und blau (Andorianer) bereits vergeben waren, dachten sich die Autoren wohl: „Hey, machen wir sie einfach rot!“ Bis auf die Hautfarbe sind diese Renao allerdings einfach Menschen. Sie haben Fabriken in denen sie in Schichten arbeiten, es gibt bürokratische Anträge und auch sonst sind das einfach nur rote Menschen.

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Der zweite große Kritikpunkt ist die nur allzu platt wirkende Parallele zur aktuellen Islamismusdebatte. Die Terroristen im Buch verbreiten Bekennervideos (sog. »Vids«) in denen sie vermummt wütend vor sich hinschimpfend Flaggen verbrennen und allen Tod und Verderben versprechen. Dazu muten Renao-Namen wie »ak Namur« nur allzu Arabisch an. Der Versuch, dem Buch durch Bezug auf aktuelle politische Ereignisse eine besondere Relevanz zu verschaffen, scheitert kläglich einfach daran, dass er so offensichtlich und plump ist.

Es ist spannend!

Kehren wir zum Guten zurück. Das Buch ist nämlich ziemlich spannend! Vom erklärenden Schreibstil, der nach Dialogen den Leser noch immer schön an die Hand nimmt und ihm das Gesagte erklärt, einmal abgesehen, liest sich alles flüssig und macht Spaß. Die Erzählweise ist stringent, man ist sofort drin und es ist zu jeder Zeit klar, um was es geht. In mehreren parallel verlaufenden Handlungssträngen wird der Leser dem Ende entgegengeführt, wobei es nie langweilig wird.

Bekannte Figuren wie Botschafter Spock oder Worfs Sohn Alexander erleichtern den Einstieg. Bei den neuen Figuren stechen besondern Captain Adams auf der Prometheus und Captain Kromm auf dem klingonischen Schiff Bortas hervor. Überhaupt ist Captain Kromm das Highlight der Story. Ein Klingone wie er im Buche steht. Raubeinig und immer auf der Suche nach einem guten Kampf. Er ist der glaubhafteste Charakter der Geschichte und macht einfach Spaß.

Am Ende leider eine kleine Enttäuschung, denn die Geschichte ist nicht in sich abgeschlossen, sondern lediglich der Auftakt einer Trilogie. Fairerweise muss man sagen, dass das auch so im Klappentext steht. Hab ich übersehen.

Das Buch ist toll aufgemacht und enthält eine ausklappbare Karte der Prometheus, in der man 3D-Modelle der drei Sektionen betrachten kann.

Fazit

Wer kein Problem hat, eine Trilogie anzufangen, dem sei »Star Trek – Prometheus 1« hiermit ans Herz gelegt. Spannend zu lesen, mit einem tollen neuen Schiff und einem herrlich brummeligen Klingonen als Kooperationspartner.