Die Dämonen vom Ullswater (Buchbesprechung)

Die Dämonen vom Ullswater

Der Wurdack Verlag legt mit dem bereits 2013 erschienen »Die Dämonen von Ullswater« ein Buch vor, dessen Twist nicht irgendwo in der Handlung liegt, sondern in der Story an sich. Doch dazu später mehr.

Autor Steffen König erzählt die Geschichte von Alan Walden, der es im England des 19. Jahrhunderts mit Wesen zu tun bekommt, die nicht von unserer Welt sind. Gemeinsam mit einem arroganten Polizisten und einem dialekt-geplagten Hausmeister macht er sich auf die Suche nach seinem verschollenen Freund Nicolas.

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Stellenweise erinnern Setting und Erzählstil dabei an Sherlock Holmes, auch wenn dafür die Dialoge nicht getragen genug wirken, sondern eher modern. Die Story wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Alan Walden erzählt. Dadurch läuft die Handlung linear ab, was ein wenig schade ist, denn dadurch gibt es keine parallelen Erzählstränge, die gemeinsam auf ein fulminantes Ende zulaufen könnten. Heißt: manchmal, gerade in der Mitte, hätte ich mir mehr Spannung gewünscht.

Diese Dämonen sind Aliens

Klappentext und Danksagung verraten bereits zu Anfang (ja, ich habe die Danksagung am Ende zuerst gelesen …), dass es sich bei den titelgebenden Dämonen um Außerirdische handelt. Das ist schade, denn so wartet man im weiteren Verlauf der Geschichte vergebens auf eine faustdicke Überraschung. Vielmehr folgt man Alan Walden dabei, wie er die Aliens erst entdeckt, in ihre Fänge gerät und dann bekämpft. Erst auf den letzten zehn Seiten kommt richtige Spannung auf, denn man möchte schließlich wissen, wie es denn nun ausgeht. Und tatsächlich hält der Autor hier einen Twist, eine Überraschung bereit, die aber nicht in einem Ereignis in der Handlung liegt, sondern in der Story selbst – denn wir lesen hier die Vorgeschichte eines bekannten Science-Fiction-Werks! Welches, werde ich natürlich nicht spoilern, aber man kann durchaus bereits beim Prolog drauf kommen (ich tat es nicht und freute mich umso mehr am Ende des Buches, als ich kapiert hatte, um was es geht)

Leider bleiben die Figuren in der Geschichte blass. Selbst die Hauptfigur Alan Walden hat keine Macken, Angewohnheiten oder Schwächen. Einzig der Hausmeister Burnham wirkt lebendig, da er die ganze Zeit im derbsten Dialekt spricht.

Das Buch wurde in einem gut zu lesenden Schreibstil verfasst, bei dem sich einfache und komplexe Sätze auf angenehme Art und Weise die Waage halten. Positiv hervorzuheben ist auch die – heute leider nicht mehr selbstverständliche – gute Rechtschreibung. Ich habe tatsächlich nur einen einzigen Fehler gefunden (und ich bin da bekanntermaßen echt pingelig). Spricht also für Autor als auch Verlag.

Fazit

Kurzweilige Science-Fiction-Unterhaltung in interessantem Setting, die als Vorgeschichte zu einer der bekanntesten Alien-Invasionen der Welt dient.

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