Star Trek – The Next Generation: Tod im Winter

Star Trek - The Next Generation: Tod im Winter

Der Cross-Cult-Verlag setzt mit „Star Trek – The Next Generation: Tod im Winter“ die Geschichte nach dem letzten Kinofilm fort. Die Handlung setzt dort an, wo sie im Kino bei Nemesis aufhörte: die Enterprise wurde stark beschädigt und liegt nun im Weltraum-Dock, wo sie repariert wird.

Lange hatte ich mit mir gerungen, ob ich der Serie eine Chance geben soll oder nicht, denn es fehlt mit Commander William T. Ryker eine der für mich wichtigsten Figuren. Ryker bekam nach Nemesis mit der Titan sein eigenes Schiff und fehlt dementsprechend in den neuen Büchern. Tatsächlich sind es aber andere Probleme, die das Lesen langweilig machen. Aber der Reihe nach.

Handlung

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Die Handlung ist schnell erzählt. Eine scheinbar unheilbare Seuche wütet auf dem Planeten Krevatas und natürlich gibt es im ganzen Universum nur eine Person, die einen Impfstoff entwickeln kann, nämlich Dr. Beverly Crusher. Die macht sich auch gleich auf, in der von Romulanern besetzten Welt mit der Arbeit an einem Impfstoff zu beginnen, wo sie natürlich in Gefangenschaft gerät. Angeführt von Captain Picard bricht ein kleines Team auf, Beverly zu retten.

Picard aber, seinerseits bekannt als charismatischer Führer, der stets weiß, wo es langgehen soll, wird hier als liebestoller Depp dargestellt. Er ergeht sich seitenweise in Liebeskummer und bedauert, Beverly nie seine Liebe erklärt zu haben. Keine Spur mehr vom einst willensstarken Captain. Hätte ich das nur vorher gewusst …

Handlungsstränge ohne Bezug zueinander

Neben dem Haupthandlungsstrang, der sich um Beverlys Gefangenschaft und ihre Rettung dreht, hat der Autor noch zwei weitere Handlungsstränge eingebaut. Diese haben allerdings nichts, rein gar nichts mit dem Ausgang der Geschichte zu tun. Hier wurden wirklich nur Seiten geschunden.

Zum einen findet eine Verschwörung zwischen zwei romulanischen Parteien statt, zum anderen fragen sich Worf und Geordi auf der Enterprise, wo der Captain nun wohl hingeflogen sein mochte. Im Ernst: der ganze Handlungsstrang von Geordi und Worf besteht darin, dass sie darüber rätseln, wo der Captain wohl sei. Sie fliegen ihm nicht mit der Enterprise nach hauen ihn in letzter Sekunde raus — nein, sie grübeln. Sonst passiert da nichts.

Und die romulanische Verschwörung ist furchtbar langweilig. Die ganze Zeit habe ich gehofft, dass dieser Handlungsstrang endlich etwas mit der Hauptgeschichte zu tun haben möge, aber Pustekuchen. Das ist einfach eine parallele Geschichte, die ärgerlicherweise auch noch vollkommen langweilig ist (böser Romulaner intrigiert gegen anderen bösen Romulaner, der aber noch viel mehr intrigiert, als der erste denkt — gähn)

Und, um eine schlechte Leistung noch zu krönen: der Übersetzer scheint nie Star Trek – The Next Generation im Fernsehen gesehen zu haben, denn warum sonst sollten sich Worf und Geordi im Buch auf einmal duzen, wenn sie sich in der Fernsehserie immer gesiezt haben?

Fazit

„Star Trek – The Next Generation: Tod im Winter“ ist ein leider nur mäßig spannendes Buch, das versucht aus der Beziehung zwischen Captain Picard und Dr. Crusher mehr rauszuholen, als da eigentlich ist. Nicht miteinander verknüpfte Handlungsstränge scheinen nur dazu zu dienen, Seiten zu schinden.

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