Rotes Gold von Robert Corvus (Rezension)

Rotes Gold

Rotes Gold vom Robert Corvus ist der Beginn einer neuer Fantasy-Reihe, der Schwertfeuer-Saga. Das Genre ist Dark Fantasy. Und genau darin liegt das größte Problem dieses Buches.

Beschrieben werden die Abenteuer einer Söldnergruppe namens „Der Klingenrausch“. Nachdem ihr Anführer Kester bei einem Überfall ums Leben kam, bemüht sich seine Tochter Eivora, die Geschicke der Organisation zu leiten. Dabei wird viel Politik betrachtet, die aber leider stets oberflächlich und unecht wirkt.

Der Autor verliert sich in unnötigen Beschreibungen der Organisation der Söldner, lässt auf der anderen Seite aber viele Fragen offen. Häufig ist nicht klar, ob weitere genannte Gruppen wie z.B. „Das Sturmbanner“ nun zum Klingenrausch gehören oder eine konkurrierende Truppe darstellen.

Alles dreht sich um Feuer. Es scheint eine Verbindung zwischen Feuer, Magie und dem Klingenrausch zu geben, allerdings wird diese Verbindung nie klar. Genauso wie die Überbetonung irgendwelcher „Feldzeichen“, deren Sinn und Zweck im Dunkeln bleibt.

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Was ganz interessant ist, ist die Figur des Chastro-Ignuto, einem Söldner, der als Avatar bezeichnet wird, und dem ein Dämon aus der Schulter wächst. Aber auch mit dieser recht interessanten Figur werden die grundsätzlichen Probleme des Romans offenbar. Zum einen sind da die ständigen Wortwiederholungen wie z.B. Homunkulus (Bezeichnung für den Dämon, der aus der Schulter wächst) oder eben Klingenrausch. Diese Wörter finden sich beinahe auf jeder zweiten Doppelseite. Dann benutzt der Autor auch gerne ungewöhnliche Wörter wie z.B. „Wesenheiten“. Die Kombination dieser sperrigen, ungewöhnlichen Wörter und deren ständige Wiederholung hemmen den Lesefluss ungemein.

Die Story bleibt leider auf der Strecke. Alles plätschert vor sich hin und es gibt ständig kleinere Kämpfe, die allerdings nicht wirklich miteinander oder mit dem Hauptplot in Verbindung stehen. In Rotes Gold geht es darum, eine bisher uneinnehmbare Stadt einzunehmen, richtig los geht es aber erst im letzten Drittel des Buches. Davor passiert viel, aber nichts für die Hauptgeschichte wirklich Wichtiges.

Nur für Sadisten interessant

Wie eingangs bereits erwähnt, gehört Rotes Gold dem Genre Dark Fantasy an. Und tatsächlich ist dies der größte Schwachpunkt des Buches, denn der Autor ergeht sich in detaillierten Beschreibungen brutaler Verstümmelungen und Foltermethoden. Es scheint, als ob er eine gewöhnliche Geschichte in ein interessant klingendes Genre pressen wollte. Diese Gewaltorgie gipfelt in der Beschreibung des nackten Körpers eines 12-jährigen Mädchens und deren Vergewaltigung. Ganz ehrlich: so etwas brauche ich nicht.

Im Kontrast zu all der Gewalt wirkt der Begriff „Klingenrausch“ vollkommen unpassend. „Klingenrausch“ klingt eher ungefährlich, beinahe süß. Eher so, wie eine Gruppe langhaariger Informatik-Studenten ihre LARP-Gruppe nennen würde. Es ist einfach nicht stimmig und diese Unstimmigkeit zieht sich durch das ganze Buch. Es wirkt unausgegoren.

Fazit

Eher langweilige Geschichte, die versucht durch übertriebene Gewaltdarstellung zu punkten, dabei aber jede Schlüssigkeit vermissen lässt. Nur etwas für Fans von Gewalt.

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