Dark Space von Jasper T. Scott – Rezension

Dark Space

Dark Space von Jasper T. Scott ist ein rasant geschriebenes Science-Fiction-Abenteuer, das in einer düsteren Zukunft spielt und mit interessantem Setting sowie spannender Handlung überzeugt.

Die Hauptfigur Ethan muss im Auftrag der zwielichtigen Unterweltgröße Brondi das wahrhaft gigantische Trägerschiff Valiant sabotieren, damit Brondi die Kontrolle über das strategisch wichtige Sprungtor zum Dark Space erhält. Ethan erinnert dabei an Han Solo, denn auch er ist ein heruntergekommener Schmuggler, der sich in einer unwirtlichen Welt durchschlagen muss. Er lebt zusammen mit einer Frau auf seinem Raumschiff, das er nach seinem Sohn benannt hat, hat aber keine Affäre mit ihr, obwohl sie ihn liebt. Denn Ethan ist ein gebrochener Mann, der Frau und Kinder zurücklassen musste, als er in den Dark Space geschickt wurde, der der Menschheit früher als Gefängnis diente.

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Nach einem interstellaren Krieg gegen sie Synthianer ist der Dark Space heute die letzte Zuflucht der Menschheit und Ethan, wie viele andere Gefangene, wurde aus pragmatischen Gründen entlassen. Das Setting ist äußerst interessant, düster und wirkt realistisch. Keine glattgebügelte Zukunft in der alles perfekt ist, sondern ein unwirtlicher Raum, in dem jeder auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist.

Alles wirkt düster, heruntergekommen und erinnert entfernt an Star Wars. Die Dinge haben eine Patina. Allerdings ist der Grundtenor auf keinen Fall so fröhlich wie bei Star Wars. Die Handlung ist spannend und fesselt von der ersten Seite an. Erzählt wird meist aus Ethans Sicht in der dritten Person mit ergänzenden Erzählsträngen, die gemeinsam auf das Finale hinauslaufen, was sich wohltuend vom aktuellen Trend abhebt, alles aus der Sicht einer einzigen Person zu erzählen.

Interessant ist, wie in Dark Space das Thema interstellare Raumfahrt gelöst wurde. Die Raumschiffe verfügen nicht über Überlichtantriebe, sondern bedienen sich Sprungtoren, um größere Distanzen zu überwinden. Das führt dazu, dass diese Sprungtore strategische Bedeutung in der Geschichte haben. Die zugrunde liegende Technologie und Herkunft der Sprungtore bleibt dabei aber leider unerklärt.

Es gibt Elemente des Military SF, die aber nur teilweise zur Geltung kommen, z.B. dann wenn Raumschlachten oder Waffen genauer beschrieben werden. Die Themen Militärregierung, Militärstruktur und das Durchlaufen von Rängen innerhalb einer Armee stehen dabei aber im Hintergrund. Das Buch kann auch nicht dem Hard SF zugeordnet werden, da technische Hintergründe nicht erläutert werden. Dementsprechend ist Dark Space eine Abenteuergeschichte im Weltall, also eine Space Opera.

Buch und Autor

Das Buch ist mit 272 Seiten relativ kurz. Selbst ich als Langsamleser habe es in wenigen Tagen durchgelesen. Es wird als Paperback angeboten, ist aber kein kleines Taschenbuch, sondern ähnelt fast einem Hardcover, da die Buchdeckel ausklappbar und somit doppelt so dick sind. Sie sind broschiert und die Seiten aus dickem Papier, was dem Buch einen wertigen Eindruck verleiht. Jeder Hauptteil wird mit einer Illustration begonnen, die aber leider immer wieder die gleiche ist. Hier hätte ich mir mehr Bilder gewünscht, z.B. von der Valiant.

Ausklappbare Buchdeckel
Ausklappbare Buchdeckel

Jasper T. Scott ist ein junger, sympathischer Autor, der nach einer Reihe schlecht bezahlter Jobs alles auf eine Karte setzte und Schriftsteller wurde. Mit Erfolg. Im englischen Original sind bereits sechs Bände seiner Dark-Space-Reihe erschienen. Der vorliegende Band ist der erste und endet mit einem Cliffhanger. Band Zwei wird am 01.09.2016 im Piper-Verlag erscheinen.

Fazit

Rasant geschriebene Abenteuergeschichte in interessantem Setting, das mit sympathischem Helden und spannendem Plot überzeugt. Kaufempfehlung.

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